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Schachtraining:

Montag ab 19 Uhr
Café Immergrün

Ehrenvolle Pokalniederlage

Im Viertelfinale des Thüringenpokals mussten sich die fuß brothers nach hartem Kampf dem Team von Vimaria Weimar mit 1:2 geschlagen geben.

Die hochmotivierten Gäste ließen es sich nicht nehmen, mit den Brettern 1, 3, 4 und 5 ihrer Thüringenliga-Mannschaft beim niederklassigen Gegner anzutreten. Doch auch wir hatten eine spielstarke Truppe am Start und so entwickelten sich enge Partien. Richard fand an Brett 4 gegen den jungen Marlon Bock nicht gut aus der Eröffnung und verlor im Streben nach Aktivität schnell einen Bauern, ohne Kompensation nachweisen zu können. Nachdem im weiteren Verlauf ein zweiter Bauer verloren ging, sah Rich schon wie der sichere Verlierer aus. Aber einmal mehr bewies er im Schwerfigurenendspiel seine praktischen Fähigkeiten und eroberte schließlich noch einen halben Punkt.

Am Spitzenbrett stand Step nach einer Ungenauigkeit ein wenig passiv, doch er spielte umsichtig und originell. Nach einem riskanten Bauernopfer seines Kontrahenten Mathias Philipp entstand eine zweischneidige Stellung mit sechs Schwerfiguren auf dem Brett, in der alle drei Ergebnisse möglich schienen. Leider übersah Step eine taktische Finesse, wonach seine Position schwer zu verteidigen war. So kamen die Weimarer Gäste zu einem wichtigen Punkt.

Wichtig vor allem deshalb, weil Frank an Brett 2 gegen Michael Philipp eigentlich von Anfang an gut stand und den Stellungsvorteil kontinuierlich ausbaute. Nach dem Damentausch war das weiße Figurenspiel in Kombination mit vorpreschenden Bauern entscheidend, da Schwarz nicht rechtzeitig zur Befreiung seiner Figuren am Damenflügel kam. Ein feiner Sieg unseres wiedererstarkten Routiniers!

Basti kam an Brett 3 angesichts der Umstände die undankbare Aufgabe zu, eine komplexe Stellung so zu bewegen, dass sie ihm Gewinnchancen bieten sollte. Das tat er mutig und ideenreich, doch letztlich ohne Erfolg. Es war dennoch schön zu hören, dass sein äußerst erfahrener Gegner Andreas Günther ihm nach der Partie Respekt für die anspruchsvolle Partiegestaltung zollte.

So stehen unterm Strich anderthalb Punkte gegen den Favoriten aus Weimar, und das kann sich sehen lassen. Hoffen wir, dass wir das nächste halbe Jahr ohne Mannschaftsschach fröhlich überstehen und im Frühjahr 2021 zum Schlussspurt in den Ligen gut gewappnet sind!

20. September 2020

Lange Fahrt und großer Kampf

Im Achtelfinale des diesjährigen Thüringenpokals hat die Schachmannschaft der fuß brothers in Leinefelde einen äußerst knappen Sieg errungen.

Nach gemeinsamer 100-minütiger Zugfahrt in den nordwestlichen Zipfel Thüringens entwickelte sich schnell ein spannender Kampf. Frank schien an Brett 1 besser aus der Eröffnung gekommen zu sein, doch als er im 15. Zug ein Remisangebot erhielt, war die Position schon unübersichtlicher, als ihm lieb war. So kam die Partie zu einem schnelleren Ende als erwartet und beide Spitzenspieler beugten sich anschließend tief in die Analyse.

An Brett 4 nutzte Wolfram aufmerksam ein taktisches Versehen seines Kontrahenten und erhielt so zwei Leichtfiguren für einen Turm. Durch ein feinsinniges Springermanöver und unter Ausnutzung von Damenfangmotiven gelang es ihm in der Folge, die einzige Leichtfigur des Gegners abzutauschen, wonach Wolframs Läuferpaar neben dem Materialvorteil das entscheidende Stellungsmerkmal war. In einer klar gewonnenen Position unterschätzte er jedoch einen Moment lang die Öffnung der b-Linie und plötzlich tauchten zwei gegnerische Schwerfiguren auf der 2. Reihe auf. In den entstehenden hochkomplizierten Verwicklungen behielt Wolframs erfahrener Gegenüber die Oberhand, sodass ein sicher geglaubter Punkt verlorenging.

Nun hatten wir noch Step und Rich im Rennen und brauchten anderthalb Punkte aus den beiden Partien. Step war im Angenommenen Damengambit mit Schwarz gut gestartet und verfügte ausgangs der Eröffnung über das bessere Figurenspiel. Doch alle Versuche, den optischen Vorteil in Zählbares umzumünzen, wurden abgewehrt. Am Ende blieb nur der Übergang in ein Turmendspiel mit Minusbauer, das jedoch recht elementar theoretisch remis war. Steps Gegner Thomas Frank verzichtete fairerweise bei knapper Zeit auf ausgedehnte Versuche, das Gegenteil zu beweisen.

So hing alles an Rich, der an Brett 3 nach einem frühen positionellen Fehlgriff lange Zeit einen ungelenken Isolani verteidigen musste. Peu peu schlich er sich aus der Passivität und gewann auf originelle Weise einen wichtigen Bauern. Das resultierende Endspiel mit Dame, Springer und vier verbundenen Bauern gegen Dame, Läufer und drei Bauern (davon jedoch einer entfernt und weit vorgerückt) war extrem kompliziert. Doch nun bewies Rich seine Klasse. Mit geduldigen Manövern, exzellentem Timing und einem noch geduldigeren Springer, der einfach nur auf dem Feld d6 verharrte und Präsenz in alle Richtungen zeigte, stellte er nach und nach mehr Probleme für den gegnerischen König. Ein schwarzer Bauer auf e3 leistete dabei gute Hilfestellung. In den allerletzten Minuten des großen Showdowns gewann Rich zunächst den Läufer, büßte dabei jedoch drei seiner Bauern ein. Die Krönung war im 62. Zug ein Springerrückzug nach f7, nachdem der Rappe zuvor wohl 30 Züge stillgehalten hatte. Plötzlich waren die Mattdrohungen nicht mehr abzuwehren und der Mannschaftssieg gerettet. Bei Gleichstand sah uns die Berliner Wertung mit einem Pünktchen im Vorteil ...

Unser Dank gilt den überaus fairen und freundlichen Gastgebern aus Leinefelde, die auch die mühsame Organisation des Pokalspiels unter widrigen Umständen akkurat gewährleisteten! Sie haben uns einen großen Kampf geliefert, in dem der Schachgott diesmal auf unserer Seite war.

30. August 2020

Applaus

Der 6. Spieltag der Thüringer Spielklassen brachte unseren beiden Teams ein doppeltes Auswärtsspiel in Zeulenroda. In der Woche vor dem Wettkampf nahmen die Hiobsbotschaften kein Ende schließlich mussten wir den Ausfall von insgesamt vier Stammspielern kompensieren, und einige wichtige Ersatzspieler waren auch verhindert. Unser kleiner Verein stand vor einer praktisch unlösbaren Aufgabe

In der zweiten Mannschaft gingen erwartungsgemäß die Partien von Frankie und Leopold verloren, wobei Letzterer sogar die Chance zu einem brutalen Gegenschlag hatte, der aber nicht leicht zu sehen war. Danilo profitierte von einem Blackout seines Gegners und kam zum schnellen Matt und wichtigen Punktgewinn. Auch Jonas siegte zügig und überaus souverän am Spitzenbrett und baute damit seine sensationelle Saisonbilanz aus.

An den restlichen Brettern entbrannte ein langer, kräftezehrender Kampf. Feo konnte nach guter Eröffnungsbehandlung seine optischen Vorteile nicht ummünzen und nahm den halben Punkt in einem ausgeglichenen Springerendspiel. Horrz stand zunächst vielversprechend, sah sich jedoch einem kreativen Schwerfigurenangriff ausgesetzt, der zu unserer Erleichterung nur zum Dauerschach führte. Ratios Gegner stellte unmittelbar nach der Zeitkontrolle eine Figur ein. Die Gewinnführung schleppte sich etwas dahin, war aber eigentlich Formsache. So richteten sich alle Augen auf den epischen Kampf an Brett 4, wo Wolfram seinem Gegner trotz Minusqualität beharrlich und ideenreich Probleme stellte. Als er die Partie schon fast gerettet hatte, unterlief ihm leider ein taktisches Versehen, wonach eine Figur und somit auch der Punkt verlorengingen. Das 4:4 ist alles in allem dennoch als Erfolg zu betrachten!

Unsere erste Mannschaft, die Brett 6 freilassen musste und somit sofort in Rückstand lag, hatte sich derweil in einen bedingungslosen Kampf gestürzt. Richards Gegner konnte zwar alle Gewinnversuche unseres Youngsters neutralisieren, doch dafür kam Honza zu einem relativ leichten Sieg, nachdem er mit einem gewagten Springermanöver die Qualität eingeheimst und dann peu peu ins Endspiel abgewickelt hatte. Holger gewann einen Zentrumsbauern und musste danach die gegnerische Initiative gegen seinen unrochierten König abwehren, was ihm gut gelang. Im Schwerfigurenendspiel profitierte er in deutlich besserer Stellung von einem Einsteller seiner Kontrahentin. Nun galt es, die Führung zu halten!

In der hitzigen Zeitnotphase zeigten sich unsere Qualitäten. Gérard, der in eigentlich guter Position in einen furchtbaren Konter gelaufen war, behielt kühlen Kopf und fand mehrmals die einzigen Züge. Schließlich gelang ihm die Überleitung in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel, wo der Minusbauer keine große Rolle spielte. Zum vierten Mal bereits in dieser Saison rettete er ein schwieriges Endspiel und sicherte uns den halben Punkt. Thomas, der sich in schrecklicher Zeitnot befunden hatte, beschaute sich nach der Zeitkontrolle die Überreste seiner Stellung und befand, dass seine Gegnerin ihm Dauerschach geben konnte und musste. Jeder halbe Punkt wurde als Erfolg verbucht, denn auch Franks Stellung war allzeit im Gleichgewicht und endete folgerichtig remis.

Und Basti? Der spielte mal wieder die Partie des Tages. In einem einfallsreichen Sizilianer sah er ein entscheidendes taktisches Detail, das ihm einen wichtigen Bauerngewinn im Zentrum ermöglichte. Basti nutzte seine strukturellen Vorteile, um noch einen zweiten Bauern einzutreiben, und landete dann in einem relativ übersichtlichen Doppelturmendspiel. Dieses führte er mit ruhiger Hand zum Sieg und verdiente sich so den Siegerapplaus. 5:3 in Unterzahl das war stark!

Danken wir noch einmal allen Kämpfern und besonders den Mannschaftsleitern, die einen schweren Job in den Tagen vor dem Spiel hatten! Wünschen wir noch einmal allen kranken Spielern und Familienmitgliedern gute Besserung und schnellste Genesung!

23. Februar 2020

Auftakt zur Stadtliga

Eine starke kämpferische Leistung hat unserem Fußballteam (Max, Wolfram, Peter W., Pali, Omar, Flo, Johann) einen ordentlichen Auftakt in die Jenaer Stadtligasaison beschert. Einer deutlichen 0:4-Niederlage gegen Handel Jena steht ein knapper 1:0-Sieg gegen den FSV Burgau gegenüber.

Damit gehen wir als Gruppenzweiter in die 2. Runde, die für uns am 29. Februar vormittags in der Sporthalle Lobeda-West stattfinden wird. Dort werden wir dann gegen ZIMET, Drackendorf 93 und Pädagogik III antreten. Die Spannung steigt!

18. Januar 2020

Fünf Spieltage, zehn Siege

Beide Mannschaften der fuß brothers haben am Sonntag ihre makellose Bilanz im Ligabetrieb ausbauen können. Damit ist das doppelte Saisonziel Klassenerhalt auch rechnerisch gesichert, was zu diesem Zeitpunkt keiner erwarten konnte. Der Rest der Spielzeit ist nun Kür!

Unsere Zweite hatte gegen eine ersatzgeschwächte Mannschaft aus Bürgel, für deren erste vier Bretter die Anreise nach Jena wohl zu beschwerlich war, leichtes Spiel. Fast ein wenig zu leicht, um große Freude aufkommen zu lassen. Immerhin wurde diszipliniert um jeden Brettpunkt gekämpft, wodurch am Ende ein stolzes und wohlverdientes 7:1 stand. Kompliment an alle!

In der Landesklasse hingegen gibt es keine einfachen Spiele. Und so musste unsere erste Mannschaft einmal mehr über die volle Distanz gehen. Richard, der noch an den Nachwirkungen einer schlimmen Lungenentzündung litt, remisierte relativ frühzeitig. An allen anderen Brettern kam es zum erbitterten Kampf. Thomas bewies am Spitzenbrett spielerische Klasse und führte seine Sweschnikow-Variante strategisch überzeugend und mit scheinbar leichter Hand zum Sieg. Kevin sah sich einer kräftigen Initiative seines sehr jungen Gegenübers ausgesetzt und musste einiges tun, um schließlich bei nahezu leerem Brett zur Punkteteilung zu kommen. Honza schlitterte in eine Zeitnotschlacht, in der beide Kontrahenten im taktischen Gemetzel erstaunlich guten Durchblick behielten. Die furiose Zugfolge endete mit einer Mischung aus Mattdrohung und Dauerschach, was zur Wiederholung der Züge führte. Somit stand es nach vier Stunden Spielzeit 2:1 für uns.

Die folgenden zwei Stunden waren nichts für schwache Nerven. Gérard mal wieder an seinem Geburtstag am Schachbrett unterwegs verleitete mit zwei Minusbauern seinen Gegner zur Abwicklung ins ungleichfarbige Läuferendspiel. Dort spielte unser Altmeister seine ganze Routine aus und sicherte den wichtigen halben Punkt. Holger, der sich positionell feinsinnig den Einstieg über die c-Linie erarbeitet hatte, ließ vor der Zeitkontrolle mehrere taktische Sofortgewinne aus. Danach ergab sich eine hochkomplizierte Position, in der beide Akteure ihrem Bauchgefühl vertrauten und Remis vereinbarten. Erste Computeranalysen legen den Schluss nahe, dass dies der Realität auf dem Brett entsprach.

Frank und Step spielten praktisch bis zur letzten Sekunde. Ihre Partien waren anspruchsvoll und wogten hin und her. Beide mussten am Ende mit Materialvorteil gegen zwei verbundene Freibauern kämpfen. Unser aller Herzen schlugen höher, denn in Zeitnot hing alles am seidenen Faden. Doch der hielt. Unsere Recken blieben cool und lösten zwei volle Punkte ein.

Unterm Strich steht ein verdienter Mannschaftssieg, der vielleicht einen Tick zu hoch ausgefallen ist. Das Glück ist momentan auf unserer Seite. Wir sollten uns aber nicht darauf verlassen, dass es immer so bleibt.

12. Januar 2020

Nachgereicht: Der Sieg unserer Zweiten in Gera

Feo war so lieb und hat mit etwas Verspätung den wichtigen Sieg unserer 2. Mannschaft am 4. Spieltag dokumentiert (danke, Feo!):

Unsere zweite Mannschaft durfte sich der zweiten vom VfL Gera erwehren. Uns war von Anfang an klar, dass die Chancen auch in diesem Spiel etwa gleich verteilt waren.

Horrz war der erste, der seine Partie beendete. Nachdem sein Gegner nicht die besten Theoriezüge fand, war auch Horrz, wie man so schön sagt, out of book. Sein ambitioniertes Spiel war leider nicht ganz durchschlagend, sodass er von seinem Gegner ein Remisangebot bekam. In etwas schlechterer Stellung nahm Horrz es an.

Am Nachbarbrett gab es die zweite beendete Partie. Feo und sein Gegner zeigten ein solides Theoriewissen. Danach verflachte die Stellung jedoch ziemlich schnell. Das Geraer Remisangebot wurde dann nach Blick auf die verbliebenen Bretter angenommen.

Das dritte und letzte Remis bekam Jonas am 1. Brett. Der Gegner spielte leider etwas gänzlich anderes, als Jonas vorbereitet hatte. Auf diesen Bonus verzichtend, spielte Jonas eine solide Partie, bei der jedoch auch der Gegner nichts falsch machte. Das Remis war wohl das gerechte Ergebnis.

In Führung brachte uns Wolfram. Mit seinem Sieg am 5. Brett bestätigte er seine 100 % und holte seinen dritten Punkt aus drei Partien. Wir führten also mit 2:1, waren aber sicher, dass der Kampf noch alles andere als klar war.

Denny war es, der unsere Führung weiter ausbaute. Eine Fesselung sorgte für die bessere Stellung. Da der Gegner sie nicht vernünftig auflösen konnte, kam es zu einem Figurengewinn. Den Sieg fuhr Denny wenig später ein.

Frankie spielte gegen den gleichen Gegner wie letztes Jahr. In der Partie hielt er lange gut mit, dann ging aber Material verloren, welches er sich später zurückholen konnte. Es wurde noch einmal spannend. Leider konnte Frankie seine Stellung jedoch nicht halten und verlor.

Johanna spielte am 4. Brett gegen einen der stärksten Geraer Spieler der Mannschaft. Sie gelangte nach und nach in Bedrängnis, nach ungenauen Zügen verschlechterte sich die Stellung und war am Ende nicht mehr zu retten. So stand es zwischenzeitlich 3:3.

Zu diesem Zeitpunkt stand Ratio jedoch bereits auf Gewinn und alle konnten aufatmen. Er spielte bedächtig die längste Partie dieses Kampfes. Sein Gegner versuchte, schon in schlechterer Stellung, einen Angriff mit einem Gegenangriff zu beantworten, der jedoch nur zu Materialverlust führte. Die entstandene Stellung führte Ratio gelassen und technisch sauber zu Ende.

Bemerkenswert der lange Atem, denn den eigenen Geburtstag am Schachbrett zu verbringen, ist nicht selbstverständlich. Ratio beschenkte quasi sich und die Mannschaft mit dem Sieg der Partie, die ebenso den Mannschaftssieg bedeutete.

Nun schon zum dritten Mal gewannen wir mit dem engsten aller Ergebnisse. Allerdings ist dies aus schachlicher Sicht doch auch viel beschaulicher als ein 8:0.

2. Januar 2020

Auswärtssieg beim VfL Gera

Basti hat einen umfassenden Stimmungs- und Erlebnisbericht vom letzten Spiel der 1. Mannschaft verfasst. (Der für die ebenfalls siegreiche 2. Mannschaft folgt bei Gelegenheit.) Et voil:

An einem frostigen Sonntagmorgen in aller Frühe traf sich am Jenaer Westbahnhof eine für die Uhrzeit ungewohnt große Anzahl von 15 jungen bis fast noch jungen Personen, die durch das Tragen von weinroten Trikots eine gewisse Verbundenheit ausstrahlten. Was war der Grund? Natürlich, die fuß brothers trafen sich zu ihrem nächsten großen Schachabenteuer. Für die 1. und 2. Mannschaft ging es diesmal auf Reisen zu den Schachfreunden nach Gera.

Nach einer angenehmen Zugfahrt sowie einem kurzen Spaziergang zum geräumigen Spielsaal traf auch unser letzter Spieler ein, so dass wir (die 1. Mannschaft) uns vollzählig und hochmotiviert in unseren Schachkampf stürzen konnten. Schließlich wartete auf uns der verlustpunktfreie geteilte Tabellenführer aus Gera, der uns schon im letzten Jahr das Leben schwer gemacht und uns eine empfindliche Niederlage zugefügt hatte.

Beide Teams traten in hervorragender Besetzung an und wir bezifferten unsere Chancen auf 50/50. Wir starteten vielversprechend, indem Richard und Jan durch gute Eröffnungsbehandlung zu schnellen Schwarzremisen gegen sehr starke Gegner kamen und so souverän den Anzugsnachteil ausgleichen konnten. Dem ruhigen Beginn schlossen sich Gerhard und Stefan an, welcher durch gute Eröffnungsvorbereitung dem Topscorer unseres Gegners schnell den Wind aus den Segeln nehmen konnte. Somit liefen noch drei Weißpartien und eine Schwarzpartie beim Stand von 2:2.

Basti gelang es durch eine giftige Nebenvariante gegen den Franzosen seines Gegners, ihn zur scheinbar offensichtlichen Rochade zu bewegen, die in einem klassischen Läufereinschlag auf h7 gipfelte. Nachdem Bastis Gegner geschockt erstmal eine halbe Stunde in sich ging und auch sein Remisangebot keine Linderung versprach, fand er seinen Kampfgeist wieder und drehte fast noch die Partie. Aus einer vom Computer mit -5 bewerteten Stellung schaffte er es, das Blatt komplett zu drehen und eine+2-Bewertung zu erkämpfen, nachdem Basti im sicheren Gefühl einer Gewinnstellung durch grobe Unachtsamkeit einen wichtigen Bauern einstellte. Da zum Glück die Stellung sehr kompliziert war und Basti voller Kampfgeist ein weiteres Remisangebot in theoretischer Verluststellung ablehnte, gelang es ihm, sich durch den Gewinn der Dame gegen drei Leichtfiguren wieder zurückzukämpfen.

Seine zwischenzeitliche Verluststellung hatte jedoch auch ihre Vorteile. Die Remisgedanken von Holger und Thomas lösten sich schlagartig in Luft auf und bewogen sie zu zwei hervorragenden Siegen. Holger kam nach langer Zeit endlich wieder in den Genuss, sein geliebtes Caro-Kann zu spielen. Durch klassische Manöver la Karpow gelang es ihm, eine gute Stellung zu erreichen. Auch sein taktischer Scharfsinn war auf der Höhe und so strich er einen Bauern ein, ohne sich durch die offene f-Linie und das Springerpaar in der Nähe seiner Dame verunsichern zu lassen. Gekonnt führte er seine Musterpartie zum würdigen Ende und bescherte uns die Führung. Auch Thomas gelang es, den harten Widerstand seines Gegners durch geduldige positionelle Manöver zu brechen. Und so führten wir durch seinen wohlverdienten Sieg plötzlich 4:2 und Thomas konnte seine überragende Punktausbeute von 100% am ersten Brett genießen.

Nachdem es Basti gelungen war, die gegnerischen Leichtfiguren an die Ränder des Brettes zu zwingen, so dass sie ihr Bewegungspotential nicht ausschöpfen konnten, öffnete er durch Bauernhebel Linien für seinen Turm und im Verbund mit seiner Dame führte das dann zu einem hart erkämpften Sieg. So war es an Frank, den Schlusspunkt zu dem unerwartet hohen, aber mehr als verdienten Sieg von 6:2 gegen unseren starken Kontrahenten zu setzen. Auch er zeigte durch die Ablehnung eines gegnerischen Remisangebotes seinen Kampfgeist und schaffte es nach unorthodoxer Eröffnungsbehandlung, seinen Gegner immer weiter in die Defensive zu drängen und einen schönen Endspielsieg zu erlangen.

Glücklich reisten wir zurück nach Jena und feierten mit der 2. Mannschaft, der ebenfalls ein toller Sieg gelang, unsere Erfolge bei Speis und Trank.

1. Dezember 2019

Unsere Jüngsten im Einsatz

Unser Landesklasse-Spieler Gérard Schachtrainer seit nunmehr 50 Jahren hat einen Kurzbericht zum zurückliegenden Kinderschach-Wochenende verfasst:

Am vergangenen Wochenende fand in den Räumen der IGS "Grete Unrein" die 17. Auflage des vom SV SCHOTT Jena organisierten Sternturniers statt. Teilnehmen konnten Kinder, die nach dem 1.1.2005 geboren wurden. Insgesamt waren 67 acht- bis vierzehnjährige Mädchen und Jungen am Start.

Die jüngsten Mitglieder unseres Vereins Lara, Marek, Leonard, Isabella, Valentina, Leopold und Julian nutzten komplett die Möglichkeit, ihre Kräfte mit der regionalen Konkurrenz zu messen. Hinzu kamen mit Tom, Konrad und Franz noch drei Jungs, die regelmäßig an unserem Training teilnehmen.

Das Turnier wurde wie in den Vorjahren zu einem vollen Erfolg. Und auch unsere Vereinsbilanz fällt am Ende sehr erfreulich aus. Alle Beteiligten waren mit Begeisterung bei der Sache, kämpften bravourös und stellten in den meisten Fällen unter Beweis, dass sie in den vergangenen Monaten eine Menge dazugelernt haben.

Eine besondere Erwähnung verdient erneut Lara. Sie kam in den 5 Runden gegen eine um durchschnittlich 250 DWZ-Punkte höher dotierte Gegnerschaft zu drei Siegen (alle mit Schwarz!). Mehr Punkte erzielte in dieser Altersklasse nur der souveräne Sieger Adrian Aniol, der alle Partien gewann. Leider verwehrte die geringfügig schlechtere Wertung Lara einen Medaillenrang ein großer Erfolg ist ihr 4. Platz aber allemal!

Den aus unserer Sicht fast sensationellen Schlusspunkt setzte Leopold Seifert in der AK U10. Erstmals in unserem Vereinstrikot startend, machte er in diesem Turnier sehr vieles richtig: Er nutzte die Bedenkzeit, überlegte, stellte seine Gegner vor Probleme und wurde am Ende mit einem starken 2. Platz (drei Siege, zwei Remis) belohnt. Leider verhinderten die Mängel des Schweizer Systems die Paarung Erster gegen Zweiter. Die Tatsache, dass Leo gegen die drei am Ende unmittelbar hinter ihm platzierten Spieler 2 Punkte erzielte, beweist aber eindrucksvoll: das war kein Zufallsergebnis!

Am Ende des Kurzberichtes soll dem Veranstalter Dank gesagt werden für drei ereignisreiche schöne Schachtage, ebenso den zahlreich erschienenen und mitfiebernden Eltern für die gute moralische Unterstützung.

Die letzte Bemerkung geht in Richtung unseres fußballverletzten Pechvogels: Gute Besserung, lieber Marek auf dass du bald wieder Tore schießen und Könige mattsetzen kannst!

19. November 2019

Grand ohne vier

Am 3. Spieltag der Thüringer Spielklassen haben beide Mannschaften der fuß brothers hart erkämpfte Siege eingefahren. Unsere Erste konnte gegen den ESV Lok Sömmerda mit 6:2 gewinnen, wobei das Ergebnis eindeutig schmeichelhaft ausfällt. Unsere Zweite eroberte die zwei Mannschaftspunkte mit dem knappsten aller Ergebnisse; sie schlug Grün-Weiß Triptis mit 4:3.

Beide fuß-brothers-Teams waren ersatzgeschwächt. Wir mussten den Ausfall von insgesamt vier Stammspielern auffangen, was sich erwartungsgemäß als schwere Aufgabe erwies. Es gab viel gutes Schach zu sehen. Beide Spielklassen zeigten ordentliches Niveau, und das gilt auch für unsere Gegner.

Der Chronist betrachtet es als seine Aufgabe, diesmal besonders diejenigen zu würdigen, die durch großen Kampfgeist und überdurchschnittliche Ausdauer herausragten. Alle, die dadurch nicht namentlich erwähnt werden, mögen es ihm verzeihen.

In Mannschaft 2: Frankie stand schon auf Verlust, bezwang jedoch seine Impulse, die Partie aufzugeben, und rettete sich so noch ins Remis. Feo spielte eine kraftvolle Partie gegen einen an diesem Tage ebenbürtigen Kontrahenten. Er landete in einem komplizierten Bauernendspiel, aus dem er mit Nervenstärke einen halben Punkt extrahierte. Lara beeindruckte uns alle durch ihre abgeklärte Zeiteinteilung. Sie dachte lange nach, lehnte ein zwischenzeitliches Remisangebot ab, doch als sie den Mannschaftssieg sichern konnte (nach fünf Stunden Spielzeit!), willigte sie clever in die Zugwiederholung ein. Bravo, Lara!

In Mannschaft 1: Danilo musste sich bei seinem Debüt in der 1. Mannschaft lange verteidigen und tat dies ideenreich. Leider übersah er in ausgeglichener Endspielposition einen Angriff auf seinen Turm und musste alsbald die Segel streichen. Frank spielte die gehaltvollste Partie des Tages, was auch an der kreativen Spielführung seines Gegners lag. Dieser ließ den Gewinn aus und wickelte schließlich in ein verheißungsvolles Bauernendspiel ab, das sich jedoch als ausgeglichen erwies. Franks Gegner überzog es noch und der volle Punkt blieb nach über fünf Stunden in Jena. Die längste Partie des Tages spielte Step, der in einer zähen Stellung geduldig lavierte, bis er gegen Ende der sechsten Spielstunde einen Bauern gewinnen konnte, der sich als entscheidend erweisen sollte. Step zeigte in den allerletzten Minuten des Schachtages seine technische Meisterschaft und schob zwei verbundene Freibauern zum Sieg gegen den nominellen Favoriten. Chapeau!

Eins ist klar: Bei aller Klasse und allem Spirit hatten wir heute auch Glück. Die Ersatzspieler haben ihr Bestes gegeben. Ihnen gilt unser besonderer Dank.

10. November 2019

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